UmweltTraum und die Technik der Kunst

Eröffnung:

Die Ökologie kommt seit jeher unter die Räder. Von Ökonomie stets einverleibt und neuerdings von Klima-Theoretikern und aktivistischen Expert:innen in die zweite, nein, in die letzte Reihe als Wissenschaft gestellt, ist die Situation ja beinahe schon zum Fürchten.

Das Motto „UmweltTraum und die Wirklichkeit“ war 2020 ein Plädoyer von mir für die Ökologie. Mit der Domain „Ziel-Gruppe.at“ wurde das Motto eben in „UmweltTraum und andere Techniken“ abgewandelt. Das Anliegen soll einem speziellen Publikum, meiner Ziel-Gruppe, dadurch zugänglicher werden. Wobei analoges Auftreten nachwievor als das wesentlichere Bring-Agens von Wissenschaft und Kunst zu betrachten ist: ob das Vorträge sind (*) oder auch mein Engagement bei Demonstrationen oder Benefizveranstaltungen etwa am Wiener Platz des Friedens vormals „Heldenplatz“ in den Jahren 2019 bis 2024. Zu analogem Auftreten gehören auch Ausstellungen. Zwei davon sind in Planung: „Annäherungen“ in Zusammenarbeit mit Marielis Seyler sowie „Space in Frog“ und „Future for Artists“ (beantragt für die Factory im Künstlerhaus Wien).  

Als Initiator der „quantitativen Ökologie“ in Österreich (1984 – 1992), als „Space Life Biologist“ (um 2000)* und als medizinischer Entomologe (bis aktuell)**, der mehr als dreißig Studienjahre im Freiland mit Indikatoren gearbeitet hat, traue ich mir bewertende Urteile mit wissenschaftlich fundierter Methode zu. Dass ich diese wissenschaftliche Erfahrung immer wieder mit Kunst und gelegentlich auch mit Liedern verknüpfe, ist insofern leicht verständlich, denn was der Kopf an vielen Argumenten und Informationen nicht schafft zu verstehen, das können populär kulturelle Medien über das Gespür, unser Herz bzw. über unsere verwandten Kunst-Seelen vermitteln. In meinem Buch*** „Tree(3)perCent – Die Kunst, echte Ökologie ins Spiel zu bringen“ beschreibe ich die unterschiedlichen Arbeitsweisen von Wissenschaft und Kunst und ihre jeweilige Wirkung. Die großen Philosophen haben diese komplexen Zusammenhänge niemals getrennt, denn das tun erst die großen Denk- und Tintenburgen der Neuzeit. Als langjähriger Schüler der Wiener Evolutionären Erkenntnistheorie (K. Lorenz, R. Riedl, F. Schaller) griff ich somit auch für meine Lehrer diese eine alte aber fundierte Strategie wieder auf, praktiziere sie und kombiniere damit wieder die Sparten der weisen Denker über Geist, Herz und Seele.   

Quellenangabe“
*    Seidel, B., M. Yamashita, R. Wassersug, I.-H. Choi, & J. Dittami (2000). The genus Bombina (Anura) for gravitational biology.  COSPAR (Committee on Space Research), Warschau. 
**  Seidel B, Nowotny N, Bakonyi T, Allerberger F, F Schaffner (2016). Spread of Aedes japonicus japonicus (Theobald, 1901) in Austria, 2011–2015, and first records of the subspecies for Hungary, 2012, and the principality of Liechtenstein, 2015. Parasites & Vectors, 9:356     DOI 10.1186/s13071-016-1645-8 (IF 3,234)
***  Verlag der Bibliothek der Provinz, 2019, siehe Abbildung

   

„Zwei Leben“, Gmünd 2018

Laudatoren: Dr. Joachim Allgaier *, Richard Pils

Ausstellung „Zwei Leben“, Eisenberger Kulturfabrik Gmünd, ab 23. Juni 2018

Die meisten Menschen haben nur ein Leben in der alltäglich gewordenen Wettbewerbsgesellschaft. Das eine nämlich, das sich ständig aufs Neue bewähren ja oft sogar immer wieder neu erfinden muss. Die meisten Besucherinnen und Besucher von Veranstaltungen dieser Art haben jedoch noch ein zweites Leben, und das ist jenes, das längst über das Gewissen hinaus erkannt hat, dass jede private und berufliche Tätigkeit ein Stück unserer Umwelt, also unserer Metaphysis zum Leben zerstört und man als Individuum im Kollektiv betrachtet kaum die Möglichkeit hat, dagegen etwas im ersten Leben zu unternehmen, auszugleichen oder zu unterlassen.
 
Amphibien, sind im Tierreich eine systematische Ordnung, die salopp betrachtet ein Wasser- und ein Landleben, also, wie die BesucherInnen dieser Ausstellung, auch zwei unterschiedliche Lebensausrichtungen haben. Sie benötigen förmlich beide Medien, man könnte auch sagen Lebenswelten, in ihrer Existenz. Ihre Ansprüche an die Umwelt sind daher relativ komplex, und sie eignen sich genau deshalb zur Indikation von funktionierenden versus naturfernen Lebensräumen. Sie stehen schon Jahrzehnte lang obenauf auf der so genannten Roten Liste gefährdeter Arten. Alle jene von uns hier, die im eingangs erwähnten zweiten Leben ein wenig innehalten, werden nun vielleicht konsterniert erkennen, dass wir ja inzwischen auch zu einer gefährdeten Art geworden sind und uns somit in einer prekären Gesellschaft bei den Amphibien auf den Roten Listen befinden.
 
Die Schau wird nicht viel ändern. Es wird alles fast so weiter laufen wie gehabt. Aber das alleine ist schon was.“

Text von Bernhard Seidel (2018)

„Bei Bernhard Seidel handelt es sich um ein Ausnahmetalent, das ausgezeichnet versteht, wissenschaftliche und gesellschaftlich relevante Fragestellungen produktiv mit künstlerischer Kreativität und aktivistischer Leidenschaft zu verschmelzen. Die dabei entstehenden Werke sind einzigartig in ihrer Wirkung, da sie gleichzeitig ästhetisch ansprechend sind, und durch wissenschaftliche Fundiertheit zum Nachdenken anregen. Bernhard Seidel ist einer der wenigen, international betrachtet, der die wissenschaftliche Expertise sowie auch das künstlerische Talent und die Fertigkeit besitzt, um kompetent und anregend zugleich Wissenschaft, Kunst und Unterhaltung zusammen bringen zu können. Er erweist somit der Wissenschaft und der Kunst zugleich einen Dienst.“

Zitat aus 2018 von Joachim Allgaier*, Kulturwissenschafter.

Seidel, B. – From “Frog in Space“ to “Austrian Frog Concert”: Ecology (Science) and Activism. At: *Allgaier. J. (2015). Science, Research and Popular Culture. Keynote Lecture. Intern. Conference  EEAST, AA-Universität Klagenfurt & Brunel University London.

„Donaudrama“, Wien 2019

Künstlerhaus Wien, Rote Wand, 11. September 2019

 Symbol of the cold sun.120 x 100 cm, 2018

„Donaudrama“ Foto: Ewald Strametz (Sen.) (2019)

Palais Auersperg,

Wien 2019, 2020

UmweltTribunal (Mai 2019) & Konsultative (Februar 2020)

Zwei Einzelausstellungen:
“performing poems in a song to an exhibition of painting“ – Dank an Joey Auersperg für seine großzügige Unterstützung.

„Gift of Sand“, 100 x 120 cm, 2019


Produzentengalerie Wien (2020-2022)

Titel: UmweltTraum und Wirklichkeit (Juni 2020)

Aus dem Katalog zur Finissage

Mein Lied zu „UmweltTraum und Wirklichkeit“ (2020)

Hinweis: Der QR-Code führt zu einer Youtube-Webseite!

„Contrary“

Utl.: „Future for Artists“

 „Contraries“ hatten bei Stämmen Nordamerikas eine angesehene Funktion, nämlich „den Gegensatz von dem zu leben, was andere gewöhnlich tun und sie kehrten damit die Konventionen ins Gegenteil“! Mein Freund John Plant hat zu dem Thema dissertiert (1995; Universität Freiburg).

Als Doktorand in Ökologie trat ich bereits bei „Künstler für das Konrad Lorenz Volksbegehren“ 1985 mit eigenen Liedern auf. Dabei waren auch A. Brauer, F. Hundertwasser, G. Nenning, etc.! 2019 hielt ich für „Fridays for Future“ am Wiener Heldenplatz aufklärerische Ökologie-Referate und später bis aktuell auch für die Fairdenker-Bewegung. Für die Kinder wie auch für die Herrschaften dürfte es „spooky oder heldenhaft“ vorgekommen sein, denn Expertise samt oder in Liedern kannten sie so bislang noch nicht.

Als Gutachter für die Oberste Behörde zum geplanten Donaukraftwerk Wien-Freudenau und als ein mit einem Nobelpreisautor in einem Projekt für die ISS Kooperierender kann ich als Künstler selbstredend „Contrary“ sein. Mein Diskurs weiß den Baum der Mainstreamfrüchte ordentlich zu schütteln. Daher eben das Thema verdreht „Future for Artists“ und das Palindrom von Corona bedeutet auf Rumänisch „viel Glück“!  Es braucht zwei bis drei Tage Factory für die Diskussion- und die Lieder-Performance im Vordergrund von Kunstwerken aus zehn Jahren – www.ziel-gruppe.at .

Das Thema wurde für eine Ausstellung in der Factory des Künstlerhaus Wien eingereicht und wäre für 2025 geplant. Die Ausstellungsobjekte richten sich in den Untertiteln „Umwelt3Traum und Wirklichkeit“ (zu „Space in Frog“) bzw „Corona – anoroC“ (zu „Future for Artists“) an Menschen, die an ökologischer Wahrheit bzw an den Folgen gesellschaftlicher Verwerfungen der letzten Jahre im Ausdruck der Kunst interessiert sind. „Anoroc“ als Palindrom von Corona heißt im Rumänischen „Viel Glück“. Und so wie man eine saisonale Infektionskrankheit als Pandemie ausrufen kann, so kann ein Künstler, ein „Contrary“ und ein wissenschaftlicher Experte den Begriff von rückwärts betrachten und zu einem anderen Befund und Ausdruck gelangen, als andere Zeitgenossen das schaffen. Die Figur des „Contrary“ war bei den nordamerikanischen Plainsindianern jemand, der sich den Normen widersetzte und gegenteiliges Verhalten zu den üblichen Konventionen lebte; die wissenschaftliche Arbeit dazu stammt von der Doktorarbeit meines Freundes John Plant, die er 1995 an der Universität Freiburg im Preisgau vorlegte. Er hat dazu weitere Publikationen veröffentlicht u. a. auch ein Buch.

Bei der Eröffnung sind zu der Ausstellung von Bildern und Sklulpturen auch eine Reihe von eigenen Liedern „Live“ vorgesehen, die thematisch zu dem Anlass passen. Zudem sollte ein zweiter Tag mit Diskussionen und Impuls-Rednern stattfinden, die ihre Betrachtung aus der Sicht der Wirtschaft, der Wissenschaft und aus den Kreisen populärer Kultur und des Aktionismus einbringen.

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