Künstlerhaus Wien, „Rote Wand“, 11. September 2019

„Symbol of the Cold Sun“ 120 x 100 cm, 2018
„Man kann sagen, dieses Bild besteht aus NATURMATERIALIEN.
Aber es ist nicht richtig, dass Naturmaterialien verwendet wurden. Bernhard SEIDEL weist explizit darauf hin, auch wenn das niemand in Abrede stellen würde. Eigene Befunde aus langjährigen Untersuchungen haben gezeigt, dass es sich nämlich um Un-Naturmaterialien handelt, Materialien also, die unter natürlichen Umständen nicht auf diese Art und Weise zustande gekommen wären. Auch das Format wird den Fakten nicht gerecht. Denn die ungerahmten Maße xy-cm mal yx-cm sind angesichts der Quantität des abgelagerten Materials und der Unsummen an Schädigungen nur quantitativer Minimalismus. Der Markt rechnet aber mit hohen Quantitäten, auch der Kunstmarkt tut das. In diesem Spannungsfeld entstehen Werke aus Kreativität zum Quadrat seiner aktivistischen Leidenschaft. Das angestrebte monumental Performative der Bilder verweist auf den gesellschaftlich relevanten Wert von gelösten Fragestellungen. Gleichzeitig gilt es ästhetisch ansprechend zu bleiben und den Bogen der biologisch hygienischen Aspekte nicht zu überspannen. Denn da draußen liegt der Tod im sedimentierten Dreck der Donau. Sogar die Sonne ist kalt und man kann das sehen. Hier getraut sich die Kunst für die Wissenschaft vehement aufzutreten, und was für die einen schön sein mag, wirkt für die anderen schockierend. Dadurch gelangen beide aber ein Stück weiter und es ist damit bisweilen ein wenig gedient.“
Marielis Seyler (Vorsitzende vom Mitgliederausschuss)

„Donaudrama“ Foto: Ewald Strametz (Sen.) (2019)

